Freitag, 11. Februar 2011

chronologie einer nichtreise und reise teil vii - triestiner gegend iv - vom hotel über einen tabor zur risiera

nachdem das zweite frugalfrühstück dieses kurzurlaubes erfolgreich vernichtet war, ging es auf große fahrt, sozusagen. eigentlich sollte der heutige tag der stadt selbst gewidmet sein aber da das wetter gar so schön war, beschlossen wir den tag mit einen aussichtscache zu beginnen. es ging daher in aller herrgotsfrüh zum tabor cache unweit monrupinos. das übliche üblichte auch hier in form einer verschlossenen kirche und auch hier hätte das sperrsechserl nichts gebracht, ermangels hausmeister. schade, denn die kirche sah schon von außen recht interessant aus. wir genossen die morgensonne für einige minuten und widmeten uns sodann einem weniger erfreulichen teil unserer stadtvisite.

da geht es hinein
von monrupino ging es via sezana und basovizza richtung triest und dort zur risiera di s.sabba. dem einzigen kz auf italienischen boden. wie der name es schon andeutet, handelt es sich dabei um eine ehemalige reismühle mit reistrocknungs- und lagerhallenensemble im südlichen teil der stadt bei n 45°37.270 e 013°47.385. auch hier tat sich .at besonders hervor, nämlich in der person des odilo globocniks, der 1943 den umbau in ein kz veranlaßte. schon der nachträglich gestaltete eingangsbereich vermittelt den einbahncharakter dieses gebäudes. nach dem schmalen gang kommt man zunächst an der todeszelle vorbei und gelangt in weiterer folge in einen geräumigen hof, welcher ehemals auch den zu einem krematorium umgebauten reistrocknungsofen platz bot. auf der linken seite des hofs befinden sich zellentrakte mit unter anderem grauenhaft kleinen zweipersonenzellen. neben diesen zellen wurden juden, politische gefangene und partisanen auch in großen ehemaligen lagerräumen gefangen gehalten. und was nicht durch menschen belegt war, diente als lagerhaus für das gestohlene hab und gut der gefangenen und anderweitig vertriebener. das kz von s.sabba war nicht als vernichtungslager konzipiert sondern vielmehr als zwischen- und verteilungslager. von hier aus wurden die opfer auf andere lager aufgeteilt, was allerdings nicht bedeutete, daß sie die wachmanschaften die freude versagten, häftlinge zu tode zu prügeln und gegebenenfalls auch gleich vor ort hinzurichten (s. todeszelle) um sich der furchtbaren um- und zustände gewahr zu werden, empfehlen wir einen besuch die erinnerungsstätte. sie werden a priori nicht schockiert sein, wie z.b. in auschwitz-birkenau, sie befinden sich quasi in urbaner umgebung, mit einkaufszentrum und wohnhäusern aber langsam werden sie die schrecklichkeit des ortes empfinden. in diesem sinne ist dieses einzigekz auf .it-boden "didaktisch besser" als viele andere es sind. hier erarbeiten sie sich das schreckliche stück für stück selbst ...


jetzt aber wieder ans licht, für uns ...

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