Dienstag, 21. Februar 2012

samstag, von vielen tieren zu viel aussicht

nachdem uns der zoo gestern nachmittag sozusagen versperrt blieb und sei es nur wegen des nichtzugangs zur zoobringenden u-bahn, mußte heute diese bastion der zoologie fallen. btw, hat überhaupt ein leser dieser zeilen schon einmal etwas vom jardim zoologico gehört? ich jedenfalls nicht und so besuchten wir sozusagen einen weißen fleck auf unserer europäischen zoolandkarte. der offensichtliche originaleingang mit zoomorphen halbreliefs und entsprechenden tickethäusln markiert heute nur noch den eingang zum quasi limbus des hades, sofern hier derartige zeitensprünge zulässig sind. kostenfrei ist der besuch dieses teiles, zumindest mit kids, jedoch sicher nicht, zuviele buden und auch ein mac okkupieren doch einiges an platz. irgendwann hat man sich dann aber durchgewühlt und erreicht den geldabgabeort wo man dann auch gleich mit einer uv-reflektierenden farbe am handgelenk markiert wird um nur jedermann den wiedereintritt, selbstredend nach konsumation im bewußten freß- und sonstigbudenteil, kostenfrei zu ermöglichen. naja, warum nicht ...

jetzt aber wirklich zu den viechern, derer es eine erkleckliche anzahl gibt. sogar weiße tiger, welche im gegensatz zum weißen rhinozeros anhand der körperfärbung zu erkennen sind, liegen faul in der sonne. naja, ich tadats ja auch, ließe man mich nur :-) trotzdem der zoo wirklich mitten in der stadt liegt, von den balkonen kann man den giraffen ins hochhängende brotkörberl lugen und den affen bei w..en zusehen, nimmt er eine bemerkenswert große fläche ein. bedauerlicherweise gibt es allerdings sowohl eine greifvogelschau mit den entsprechendn angepflockten greifen als auch eine delphinshow. wieweit man delphine überhaupt artgerecht in aquarien halten kann, ist heute ja nicht einmal mehr umstritten. die anderen tiere machen einen recht zufriedenen eindruck, wenngleich ein braunbär stereotype bewegungsmuster aufweist, trotzdem das gehege sowohl relativ groß als auch abwechslungsreich erscheint. jedenfalls verbrachten wir satte drei stunden zwischen komodowaranen und uns noch näher stehenden tieren bevor wir uns wieder auf den weg machten, mit der blauen linie, zurück zum rossio, auf ein paar ginjinhas, diesmal beim wirklich allerersten und überhaupt archetypischen ginjinhadealer namens - richtig geraten - a ginjinha, was denn sonst :-) nach dieser frühnachmittäglichen stärkung war es nur konsequent sich nicht selbst zu bewegen, sondern sich vielmehr bewegen zu lassen. der 28er leistete wohlfeile dienste und brachte uns mit notorischem gequietsche und shaken not stirred diesmal auf die andere seite der stadt, auf die östlichen hügel. zuerst war es das miradouro das portas do sol, was uns anzog, eine aussicht wie im bilderbuch und ein doserl obendrein, welches allerdings von einem grobmotoriker definitiv im versteck versenkt wurde. in weiterer folge ging es sodann steil bergauf zum castelo de sao jorge. dort wurden wir dann allerdings schwerst enttäuscht, war doch heute, aufgrund eines streiks der städtischen kartenverkäufer, kein (ab-)riß mit der lisboa card zu machen - eine frechheit, daß heute freier eintritt war, so kann sich die lisboa card ja garnicht rechnen :-) trotzdem genossen wird den sonnenschein in vollen zügen und verschafften uns noch einen wunderbaren ausblick auf die alfama und den rest der stadt. von dort oben sollte es dann mit dem 28er wieder hinab, in die baixa gehen. wir warteten 5 minuten, 10 minuten, irgendwann beschlossen wir zu fuß zu gehen, trotz der bereits einigen straßenpflasterkilometer in den beinen. die entscheidung war eine weise, der 28er fuhr an diesem tag wegen einer sparbudgetdemo nicht mehr.

nach einer schnellen stärkung in einer kleinen bäckerei, trafen wir bei einer der kirchen am weg zurück in die baixa, wo auch ein doserl gefunden werden sollte (aber nicht wurde), einen mittelalterlichen mann, der versuchte ein bild von ihm vor einem neben der kirche stehenden befruchteten orangenbaum zu machen. lilli übernahm dies und entlockte dem geständigen iren, daß er vollkommen fertig sei, einen orangenbaum in unmittelbarer nähe einer kirche wachsen zu sehen. wer weiß, welche altirischen tabus damit verletzt wurden. er konnte sich jedenfalls kaum mehr fassen, zur sicherheit machten wir uns eilends davon, man weiß ja nie.

auf diesen schreck mußte noch schnell ein vorvesperisches notorisches schnapserl inhaliert werden bevor wir zwecks entgrindung das hotel aufsuchten. man glaubt ja gar nicht, wie schnell die zeit vergeht und schon war es wieder essenszeit. frau lilli entschied sich für ein 2 abende davor im wahrsten sinn links liegengelassenes wirtshaus und bewies einmal mehr ihre präkognitive fähigkeiten - zumindest was die qualität der von ihr ausgewählten wirtshäuser angeht (präkognition bei den lottozahlen wäre zwar ertragreicher aber wie heißt es doch: geld kann man nicht fressen). das essen um wohlfeile eur 43,00 für zweimal 2 gänge + dessert + wein, wasser, café sowie schnaps, war einmal mehr ausgezeichnet, im solar do kadete. das highlight des abends war jedoch die durch meine reisegefährtin verputzte portion aguardente. zeichnet mich ja schon ein resches derartiges achterl, so tanzte madame beinahe am tisch, der weg heim ins schlafreich war ein sehr heiterer über den wir hier allerdings den gnädigen mantel des schweigens breiten wollen. ich sage nur eines, "boa noite!"

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