Mittwoch, 15. Februar 2012

vom 1. .pt-erwachen bis zum "Media in vita in morte sumus"

das bett war schon ziemlich schmal, da ich jedoch meine zarteste figur aus wien mitbrachte, reichten die geschätzten 140 cm doch für eine angenehme nachtruhe. etwas, das wir in der nächsten nacht noch zu schätzen lernen sollten - aber alles zu seiner zeit. heute ging es nach der morgendlichen reinigung zuerst einmal zum frühstück in den ersten stock. im gegensatz zu den zimmern ist der frühstückraum sozusagen eine halbe reithalle. was jedoch das bindeglied zwischen zimmern und reithalle darstellt, ist der "bufetraum" also dort wo man teller belädt und tassen füllt. nur ein anorektisches pymäenpaar hätte dort aneinandervorbeigepaßt und so bedingte das vergessen eines frühstückbestandteiles zwingend ein gegebenenfalls neuanstellen - es gab einfach kein zurück :-). die auswahl war für meinen morgeneßbedarf ausreichend: croissants, ciabattaähnliches weißgebäck, butter, marmelade, käse, müsli, obst, diverse heißgetränke aus der café- respektive gaugauzubereitungsmaschine - uns reichte es jedenfalls. vielleicht noch kurz eine kleine hotelergänzung: wir haben die hütte via ebookers.at gebucht und sage und schreibe heiße eur 25,00 pro nacht und zimmer gelöhnt. so, jetzt aber genug des frühstücks, auf ging es in die stadt - halt da waren wir ja schon, nämlich mitten in der baixa, prominent-zentraler geht es nicht.

zuerst ging es einmal über die die rua augusta, an deren ecke mit der rua victoria wir wohnten, zur praca do comercio die ja eigentlich immer noch terreiro do paco genannt wird, genauer zu den beiden seit 2008 wieder am/im tejo stehenden steinsäulen. eine wirklich tolle inszenierung, dieser platz, welcher anläßlich meines letzten lissabonbesuchs von vor mehr denn 10 jahren eine riesige u-bahnbaustelle war.

von dort ging es zum 28er, der wohl weltweit altertümlichsten tramway. dieses ding scheppert, rattert, quietscht, brüllt, rumpelt und humpelt wie net g'scheit. nochdazu überwindet dieser tramwaydinosaurier im westentaschenformat steigungen, die einem zu fuß die zunge heraushängen lassen, naja, zumindest mir. als krönung des ganzen sind manche kurvenradien dermaßen klein, daß der innenfahrende wagen das gegengleis kreuzen muß um überhaupt ums eck zu kommen. alles dies trägt dazu bei, einen infernalischen lärm sowohl im als auch außerhalb des fahrzeuges zu erzeugen. halt stop, ein kleiner exkurs zu den fahrkarten: die besorgung und verwendung ebendieser ist in lisboa von kaum zu übertreffender komplexität, da mehrere betreiber sich den öpnv aufteilen. das einfachste, wenngleich auch nicht gerade das billigste, mittel der wahl ist das erstehen einer lisboa-card. das ding kostet für 72 stunden (nixda 3 kalendertage) satte eur 36,00 und ermöglicht freie fahrt auf absolut allen lissabonner öffis sowie auf den bahnstrecken nach sintra und cascais (und dorthin muß man sowieso als touri). neben dieser im wahrsten sinne des wortes sesam-öffne-dich-funktion (zumindest in der u-bahn) gibt es in städtischen und bundesmuseen freien eintritt sowie bei anderen objekten der touristischen begierde (eintritts-)preisnachlässe bis 30%. sofern man die o.a. card i-netig bestellt (haben wir nicht getan), gibt es auch zumeist irgendwelche goodies obendrauf.

wo waren wir stehen geblieben? ach ja, mit dem 28er fuhren wir zum friedhof dos praceres - eine wahre totenstadt. vor zehn jahren gab es in den grabhäusern noch zerfallende särge mit heraushängenden bzw. auf den boden gefallenen knochen zu bestaunen, heute sieht das ganze etwas aufgeräumter aus. was sich jedoch hinter so mancher blechverplankung als türersatz abspielt ... die zeit vergeht wie im flug, jedenfalls ein absolutes muß!

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