Freitag, 15. März 2013

cameroun - fahren, dinoschauen, fahren, piste fahren, pirschfahren, pirschfahrenhängenbleiben, piste fahren, fahren, fahren, sandfahren

nachdem der zug so gegen 07:15 angekommen war und wir zu einem frühen drink ins hotel transcam gebracht waren, dauerte es einige zeit bis die jeeps und die beiden militanten begleiter organisiert waren. zum ersten mal stellte sich hier heraus, dass mehrere köche locker den besten brei verderben können. der erste koch war herr bereits-bekannt-sambo und der zweite der lokale chef des reisebureaus lion-/löwentouristik, welcher uns unbedingt begleiten wollte. es waren also 8 touris und vier köpfe overhead zu transportieren. dazu reichten die drei vorgesehenen 4x4er definitiv nicht, weil 5 personen pro karre einfach unzumutbar waren, spätestens herr karl machte dies allen sehr eindeutig klar. es wurde daher mühsam eine 4. karre organisiert, welche dann die besatzung auf 4/wagen reduzierte. der abfahrt gingen allerdings endlose querelen bis streitereien voraus, extrem nervend. irgendwann ging es dann aber tatsächlich los, endlos richtung parc national de boubandjida und der entsprechenden lodge, welche letztendlich in endloser extrempistenfahrt durch grauenhafteste furten und bodenlose pistenlöcher in beinahe 7 stunden erreicht wurde. eine gute 3/4 stunde ging allerdings auf die besichtigung von wirklich sehenswerten saurierspuren in managna drauf, btw. ein willkommenne fahrtpause.

die lodge selbst wird über ebendiese piste versorgt, eigentlich kaum vorstellbar. die anlage ist malerisch erhöht über einem flussbett gelegen, in dem sich des abends mittels taschenlampen die augen von krokodilen identifizieren lassen. über einige tausend quadratmeter finden sich mehrere rundhütten verstreut, welche jeweils zwei wohneinheiten beherbergen. es gab sowohl ausreichend wasser als auch generatorerzeugte elektrizität, genauso wie keinen mobileempfang und somit auch kein wlan. zur sicherheit stand ein satellitentelephon zur verfügung. das servierte abendessen bestehend aus delikater suppe, spaghettis mit geschmackvollem sugo sowie obst war ausgezeichnet. auch diverse gin & tonics mundeten bestens, ebenso wie das omnipräsente beaufort bier. und weil der diesel für den generator erstens teuer und zweitens mühsam heranzuschaffen ist, war dann ab 22:30 beleuchtungslosigkeit angesagt. kein problem, waren doch alle schon rechtschaffend müde. bonne nuit à tous!

neuer tag, neues glück - oder so ... aufwachen, reinigen (weiterhin ausreichend wasser und warmes obendrein), packen, frühstücken. halt da hat sich ein fehler eingeschlichen!

05:45 aufstehen, anziehen, bei den autos treffen, pirschen fahren. so war's. elendviele elenantilopen, pferdeantilopen ebensoviele, eine (!) giraffe, eine sippe paviane und sonstiges getier, was weiß denn ich, wie diese viecher alle heißen, gesichtet, auch eine räudige löwin. ist ja alles nicht so meins ... das spannendste war, als die erste karre versuchte eine sehr v-förmige furt zu meistern und glatt mit der anhängerkupplung auf einem dezent großen stein hängenblieb. besonders vif war des fahrers vorgehen, hatte er den 4-rad-antrieb gar nicht erst eingeschalten. keine traktion auf den 2 angetriebenen rädern bedeutet auch kein weiterkommen. seilwinde, an der man sich quasi an den eigenen haaren aus dem dreck hätte ziehen können, gab es selbstredend auch keine und so wurde eine satte 1/2 stunde herumgewerkt bevor der kübel wieder flott war. nach dieser imponderabilie - schon wieder eine solche :-) - schmeckte das zwischenzeitlich in der lodge vorbereitete frühstück gleich doppelt so gut. es musste uns auch bei guter laune halten, stand doch die längste fahrerei (etwas mehr denn 500 km) des camerounaufenthalts am programm.

auf nach maroua! zuerst einmal die horrorpistenkilometer zurück zur straße, da verlief ja noch alles irgendwie smooth. smooth bis zu dem zeitpunkt, an dem wir in einem dorf anhielten um einen rechtshintenreifen zu wechseln. war ohnehin erst der erste kaputte reifen, also nix tragisches, bis auf den umstand, dass der reservereifen dann nach längerer fahrt ebenfalls das zeitliche segnete aber dazu später. vorerst ging es einmal mehr über lochstaubstraßen durch die gegend, bis wir plötzlich umkehrten und ein oder zwei kilometer zurückfuhren um dann abzuzweigen. meine diesbezügliche frage an den fahrer wurde mit "wir nehmen eine abkürzung" beantwortet. na mir soll's recht sein. die falschheit der aussage stellte sich rd. 500 m nach der abzweigung heraus. dort warteten bereits 2 wagen auf uns und wir wurden ausgeladen hippos zu besichtigen. das war der eine aspekt, der andere war ein allermassivster streit zwischen fahrern, lokalem reisebureauchef und dem guide, m. sambo. die uniformierten hielten sich abseits, ebenso wie wir. keine ahnung worum es tatsächlich ging, es flogen allerdings massiv die fetzen. eine entwicklung die noch den restlichen tag prägen sollte. nach der hippopräsentation ging es zurück auf die staublochstraße und durch den nordteil des parc national de la bénoué bis zur route nationale 1, der großen und asphaltierten nord-süd-verbindung des landes.

auf dieser ging es dann halbwegs flott bis garoua weiter. dort hielten wir unvermittelt an und es wurde uns eine pause in einem mühsam für uns geöffneten lokal angeboten. alles fake, von der ersten sekunde bis zur letzten und jetzt platzte mir der kragen. selbstredend gab es auf meine frage nach den überaus eigentümlichen vorgängen keine bzw. ausweichende antworten und so nutzte ich die gelegenheit heftigst gegen das rasen mit 70 km/h durch ortschaften mit kindern links und rechts der straße zu protestieren. das wurde sogar zur kenntnis genommen und fürderhin fuhr man eine spur ziviliserter. nach rd. 1,5 stunden ging es weiter. wir (evelin, lisa und ich) wurden in ein anderes auto versetzt, das ehemals "unsere" war für die weiterfahrt technisch zu unsicher, und der für uns neue fahrer brachte einiges an erhellung in das dickicht der streits. es ging um vorwürfe des eigenmächtigen handels, um die kostspielige unterbringung der fahrer, der fahrzeugmiete und und und. alles sachen die zwar sicher für die direkt beteiligten von interesse sind aber garantiert für uns reisende eine sinnlose belastung darstellen. jedenfalls ging es dann ein schönes stück flott weiter, bis zur krönung des tages. die rn 1 wird auf einem sehr langen teilstück, es werden wohl so an die 25 bis 30 km gewesen sein, neu trassiert. das bedeutet, dass die fahrzeuge parallel zur altstraße geführt werden, in tiefem sand. eine stundenlange stauborgie über dies auch noch nacht wurde. absolut grauenhaft, schon für uns passagiere, wie muss es erst für die fahrer gewesen sein? um 20:45 langten wir, vollkommen verstaubt und fertig, endlich im hotel in maroua ein. reinigung und abendessen (exzellentes rindsfilet) und zu bett gehen.



einige auszüge aus dem reisetagebuch:

14.3.2013
- 07:15 ankunft in ngaoundéré. es rüttelt noch immer, zumindest im geiste.
- der arsch tut weh, verstaubt bis zum gehtnichtmehr.

15.3.2013
- jetzt um 10:45 wieder zurück auf der unasphaltierten haupstraße.
- zeitweise derartig dichte staubwolken, dass man minutenlang stehen bleiben musste.

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